Archiv des Autors:

Unruly Ghosts: Antipasti

26.09.2020 | 18 – 20 Uhr

Wie kann über Kunst eine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Krise stattfinden? Als Experiment? In einem Raum? Als Stream? Gemeinsam mit Münchner Bürger*innen hinterfragen Performance- und Multimedia-Künstler*innen, die Unruly Ghosts, die Einflussmöglichkeiten von Kunst und Kultur im Angesicht der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. In einem experimentellen Setting werden künstlerische Antipasti gereicht – ein Vorgeschmack auf das für 2021 geplante demokratische Staatsbankett der Unruly Ghosts. Auf der Suche nach neuen Wegen der Kommunikation zwischen Stadtbewohner*innen und politisch Verantwortlichen bilden Workshops mit Kulturschaffenden, eine Podiumsdiskussion mit Wissenschaftler*innen und partizipative, genreübergreifende Performances die Basis für den gemeinsamen Prozess. Künstler*innen: Angela Aux, Kristin Brunner, Klaus Erika Dietl, Friederike Förster, Sebastian Giussani, Margarete Hentze, Phoebe Lesch, Daniel Man, Steffi Müller und Silvia Wienefoet | Gäste Podiumsdiskussion u.a. : Robert Jende (Hochschule für angewandte Wissenschaften), Christian Boeser (Koordinator der Langen Nacht der Demokratie), Unruly Ghosts Künstler*innen, Bürgervertreter*innen| Moderation: Sara Ranjana Häuser und André Rösner (MeKoLi – Methoden Kommunikation Libération)| Künstlerische Leitung: Friederike Förster, Margarete Hentze | Produktion und Öffentlichkeitsarbeit: Elisabeth Pilhofer, Lara Schubert und Bojena Todorow | Veranstalter: democraticArts

Die Oberfläche der Stadt

Schnitzer& Studio

05.12.2018 – 29.01.2019

Wo fängt ein Raum an und wo hört er auf?

Wo ist seine Mitte?

Und wo ist die Tür?

Wie verhält sich der Raum zum Menschen und

wie der Mensch zum Raum?

Wieviel Platz brauche ich?

Werde ich wahrgenommen?

Antwortet die Stadt?

Was ist Resonanz?

Und was hat mit alldem der Baum zu tun?

Kann ich den Himmel sehen?

Was ist eine Stadt?

Die Oberfläche der Stadt
Katharina Weishäupl & Silvia Wienefoet

Mittwoch, 5. Dezember 2018 um 18.00 Uhr
Schnitzer& Studio, Lindwurmstraße 95a (2. Innenhof), 80337 München
(U3/U6 und Bus 58, Goetheplatz)

Ausstellung bis 29. Januar 2019
Geöffnet Montag bis Donnerstag von 9-17 Uhr
und Freitag von 9-15 Uhr

Finissage mit den Künstlerinnen und Horst Haffner
am Dienstag, 29. Januar 2019 ab 18 Uhr
Die Künstlerinnen im Gespräch mit Horst Haffner,
Baureferent der Landeshauptstadt ünchen von 1988 bis 2004,
Autor des Buches „Orte-Plätze-Räume. Vom Umgang mit der Stadt“

Katharina Weishäupl und Silvia Wienefoet untersuchen die eigene und die fremde Wahrnehmung von Raum.

www.wienefoet.de
akgruen.wordpress.com

GRAPHISCHE LOGS

Analoges Publikmachen in der Urform
Wenn man früher seine Meinung öffentlich kund tun wollte, hat man das Gespräch gesucht, Leserbriefe geschrieben und größer aufgezogen, Plakate oder sogar Flugblätter gedruckt. Wollte man seine ureigensten, persönlichen Gedanken zu einem bestimmten Thema oder einfach nur zum Leben selbst festhalten, hat man Tagebuch geführt. Dieses wurde sorgsam vor den Augen anderer geschützt und aufbewahrt. Es wäre undenkbar gewesen, dass jemand anderes die eigenen Einträge liest.

Digitale Veräußerung der persönlichen Sicht
Heute werden im Internet Blogs mit dem Ziel verfasst, dass möglichst viele Menschen die eigene persönlich gefärbte Sicht auf Welt mitverfolgen. Das Sichmitteilen in der digitalen öffentlichkeit ist das Ziel. Die Beiträge werden automatisch digital archiviert. Dass scheinbar nebenbei aufgrund der Veräußerung der persönlichen Meinung ein Profil des Bloggers entsteht, scheint nebensächlich.

Analoge öffentlichkeit
Das graphische Log ist ein öffentlich geführtes Arbeitstagebuch, es bedient sich scheinbar der Mittel des Weblogs. Die neuesten Beiträge stehen immer oben und der Untergrund erinnert an eine geöffnete Seite am Bildschirm. Auch der Inhalt gibt eine persönliche Sicht auf eine ausgewählte Thematik wider. Die Inhalte werden nicht so intim gehalten wie das frühe Tagebuch, doch sind die Adressaten alles andere als digital. Ist der digitale Raum scheinbar unendlich und der Adressatenkreis nahezu unbegrenzt, ist die Leserschaft des graphischen Logs topographisch begrenzt. Die Menschen im unmittelbaren Umkreis des Logs sind die ausgewählten Leser. Werden dem graphischen Log ebenso tagtäglich über einen bestimmten Zeitraum immer wieder Notizen hinzugefügt, erscheinen diese jedoch mit realen Pigmentfarben auf einer realen Wandfläche. Die Beiträge sind nur zu lesen, indem man sich im realen Ort-Zeit-Gefüge zu dem Log hinbegibt. Und das ist aus lebenspraktischen Gründen nur einer im Vergleich zum WorldWideWeb kleinen Personengruppe möglich. Das graphische Log braucht somit eine Schnittmenge mit den ihn direkt umgebenden Menschen, um relevant zu sein.